Zweiseitige Wand

Teil 1. Die Kraft der Menschlichen Gesellschaft.

Gesetze stellen Regeln für alle Leute fest…

Und die beginnen nach diesen Regeln zu leben…

Die Ausgewählten kaufen die Regeln und ändern die für sich…

Damit andere nach ihren, neuen Regeln lebten…

Mensch hat Schlosser und Dome errichtet…

Mensch hat Wolkenkratzer und Türme aufgebaut…

Mensch hat Kliniken, Kneipen und Spielkasinos eingerichtet…

Leute wählen jetzt Presidente…

Damit einige keine Regeln hätten.

 

Teil 2. Die Kraft der Menschlichen Maske.

Gütenmaske versteckt  die Bosheit…

Verstandsmaske versteckt die Dummheit…

Duldungsmaske kommt in den Dom rein…

Mitleidsmaske verbirgt  das Gallengift…

Mitgefühlmaske verbirgt die Eigenliebe…

Frömmigkeitsmaske verbirgt den Fleischwunsch…

Solidaritätsmaske verspricht die Hoffnung…

Millionärenmaske wird zur Predigt…

Politiker versteckt sich hinter der Sorgenmaske…

Totenmaske schützt ihn vor der Entehrung….

 

 

 

 

Vernunftsopfergabe

Sünder lehrten bereuen, Gerechte lehrten sterben…

Heiligkeit lehrte, dass alles gestattet ist…

Rechtschaffenheit lehrte töten…

Humanisten heilen die Welt von Krankheiten und vergiften Millionen Menschen mit einem Impfstoff…

Aufklärer retten sich von Ungebildeten durch Inzest…

Gräber umgebrachter Rechtschaffener säen Straflosigkeit…

Künstler malen Gemälde der Götter von Philisterleichen…

Bildhauer bilden Statuen der Göttinnen von wollüstigen Frauen…

Er ist heute gestorben, sie ist nach seinem Tode gestorben, du stirbst morgen…

Unersättlicher Vernunft bringt mehrere um…

Solange eine Täuschung durch eine andere nicht vertreten wird…

Solange alle nicht gestorben sind…

Wenn man eine Arznei gegen Mitleid und Liebe findet….

 

Glaubenskreuz

Wir müssen glauben, dass wir gelebt und uns aufrichtig gefreut haben.

Der blaue Morgenwind hat zusammen mit unseren Seelen geschwebt.

Dass die Leute, die uns auf dem Lebensweg begegneten, die besten waren.

Und in der Frische von der Maiblüte  haben wir sorglos zusammen mit ihnen gelacht.

Wir konnten sie ändern, aber haben das nicht geschafft.

Wir haben uns auf das Schicksal verlassen.

Und die geliebten Gesichter waren  immer die besten.

Das ist Schicksalsleuchten.

Das ist lebendige Zweige unserer Jahre.

Das ist unser Gedächtnis.

Das ist unser Kreuz.

Es kann nie schwer sein.

Wir tragen es nur einmal….

 

 

Schlüssel von einem Märchen

Von Geburt an treten wir in ein Lebensmärchen ein…

Ein guter Schöpferstrahl schenkt uns eröffnende Daseinsfreude…

Wir schweben im Himmel Seiner unsichtbaren Worte…

Wir schwingen auf der Schaukel eines von uns schillernden Regenbogens…

Wir lächeln von Herzen allen an…

Dieser Horizont verschwindet aber mit den Jahren hinter hochroten Wolken…

Wir vergießen gute Worte und Gedanken…

Wir werden voll von Hass und Erbitterung…

Wir vergießen den Weg in dieses einmal geschenkte Märchen…

Wir bemerken Schönheit abgefallenen Laubes und Schneeweiße nicht mehr…

Denn alles wird uns gleichgültig…

Nachdem wir sie eines Tages nicht bemerken…

Der ganzen Welt und uns von Herzen anlächelnden Kinder…

Aus demselben und von uns verlebten Märchen…

Wir wissen noch nicht, dass wir auf solche Weise die Schlüssel vom Märchen verlieren…

Aber ohne dieses Märchen ist alles andere sinnlos….

 

Winke des Himmels

Du bist das fliegende Schicksal selber, oder vergessener Lebensrand…

Du bist wie ein Baum, von Wurzeln bis zur Krone, oder eine Zimmerpflanze ohne Wurzeln…

Deine Augen sind Diamanten mit milder Tiefe oder graue Straßensteine…

Dein Körper ist wie ein Seewind oder wie ein schmutziger Haufen…

Deine Arme sind wie genießerische Flügel oder wie ein Mansch…

Deine Gedanken sind wie Brandungswellen oder nur  unförmlicher Lehm…

Deine Schritte sind wie Rauschen vom Frühlingswind oder wie Herbstschmutz…

Dein Handeln ist wie ein Monsun in der Wüste oder ein böser scharfer niederreißender Wind…

Deine Liebe ist wie ein reiner Bach oder wie ein schmutziger alter Brunnen…

Deine Welt ist wie ein wunderschöner Maipalast aus rosa Blättern oder nichtsnutziger Staub…

Dein Gesicht ist wie eine smaragdene Krone oder ewig entblättertes, schrumpfiges Baum….

 

 

Ihr Erdenhüllenschrei im Flüstern seiner Vernunft

Wenn sie vorbeikommt, spürst du Geruch ihres Körpers…

Das ist aber kein feiner Parfümduft…

Das ist Geruch ihres bebenden Wunsches…

Das ist Geruch ihrer feuchten Lippen…

Ihr Körper wird erregt…

Er öffnet sich und wartet gespannt auf dich….

In ihren Augen ist nur Hungerleidenschaft zu sehen…

Sie weiß Bescheid, wie gut es ihr gefällt…

Wie stark du sie später willst…

Sie ist wie Feuerlava zu allem bereit…

Nimm sie wie du willst…

Ihr Körper ist dein liebliches Haus…

Du bist ein Mann…

Sie ist keine Frau ohne dich…

Sie ist nur graue Asche ohne dich…

Sie verweht sich in Raumleere ohne dich…

Aber du musst ihren Erdenhüllenschrei hören…

Und dein Vernunftflüstern nicht wahrnehmen…

Sonst bist du auch kein Mann…

Sonst bist du nur ein leichter Meerschaum,

der in einen Augenblick ins Nirgendwo zergeht…

 

 

 

Widerspiegelung

Rosa Universumslotos sprengt den Eiskörper verschneites Kometen…

Seine Eiskristalle werden auf dem Ozonerdfeld geschmolzen…

Du wirst nach Ratschluss der Schöpfersgesandtin aus diesem Eiskristall geboren…

In die Wolke bebenden Lebenswindes schwebend…

Du richtest dein Blick auf glückseligen tiefen Himmel…

Obwohl deine Füße auf der Erde wie schwere Felsen sind…

Im wackeligem Zittern grünes Grases…

Lebenssonne wird zu deinem Gott und du bist genötigt, sich daran zu weiden…

Bis du vor seiner Wärme geschmolzen bist und bis dein übrig gebliebener Nebel sich verflüchtigt…

Da, wovon diejenigen Kristalle des Zeitgiganten in der Gestalt desjenigen ewigen Kometen heruntergefallen sind,

der durch deine kühle Wolke fortfliegt….

Im Wassererdspiegel unabänderlich widerspiegelnd….